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Mutterkuhhaltung mit Hereford Kühen


Bis im Jahre 2000 haben wir auf unserem Betrieb Milch produziert. Da wir keine Möglichkeiten hatten, unser Milchkontingent zu vernünftigen Preisen zu erhöhen, haben wir beschlossen, aus der Milchproduktion auszusteigen und Aufzuchtrinder zu halten. Mit der Zeit konnte Markus seine Anstellung von 50% auf 80 % erhöhen und wir gaben die Tierhaltung im Jahre 2006 vollständig auf.

Nach kurzer Zeit merkte Markus, dass ihm der Umgang mit Tieren fehlte und so informierten wir uns, welche Art der Tierhaltung am Besten zu unserem Betrieb passt. Schlussendlich kamen wir auf die Mutterkuhhaltung. Nun galt es, die für unseren Betrieb ideale Rasse zu finden.

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Da wir unsere Tiere, welche sich nicht zur Zucht eignen in den Natura-Beef Kanal liefern wollen, musste es eine frühreife Rasse mit guten Tageszunahmen und hochstehender Fleischqualität sein. Unser Betrieb mit rund 190 Aren Weide liegt mitten im Dorf. Somit sollen es ruhige Tiere sein, welche einen guten Mutterinstinkt aufweisen und genetisch hornlos sind. Weiter wollen wir die Tiere nur mit betriebseigenem, extensiv produzierten Futter versorgen (Kostenfaktor). Aufgrund dieser Überlegungen kamen wir auf die weltweit am meisten verbreitete Rasse Hereford.

Wir stellten fest, dass diese Rasse in der Schweiz noch nicht weit verbreitet ist. Dies weil es bei uns bereits eine Rasse gibt, die sehr ähnlich aussieht (original Simmentaler). Diese hatten sich lange Zeit erfolgreich gegen den Import von einer ähnlich aussehenden, reinen Fleischrasse gewehrt.

Unsere Kühe stammen aus dem deutschen Zuchtbetrieb Wiegand in Beilrode. Dieser Betrieb stellte unter anderem im Jahre 2010 an der grünen Woche in Berlin den Siegerstier aller Fleischrassen (Fenton). Eine unserer Kühe ist seine Tochter.

Wir haben vor Ort vier Tiere aus rund 40 Absetzern (8 Monate alte Tiere) ausgewählt und anschliessend in die Schweiz importiert.

Im Jahr 2010 nahmen wir mit der Kuh Silva und ihrem Kalb an der Ausstellung Beef.ch teil. In unserer Kategorie (Kühe 1. und 2. Kalb) belegten wir den vierten Rang. Dies ist für mich ein grosser Erfolg, vor allem wenn man berücksichtigt, dass Silva mit Abstand die jüngste Kuh war und auf dem dritten Rang eine Kuh platziert war, die in der falschen Kategorie eingeteilt war.